OUTPUT BRUTAL HAPPY: FOOD FOR THE MIND?

Stadthalle umnutzen, ja! Aber warum braucht es hier ein Museum?

Diese Frage kam zu Beginn des Semesters häufig auf. Mit Food for the mind? haben die StudentInnen des Semesterentwurfs Brutal Happy eine Projektsammlung eröffnet, indem sie alle im Semester entstandenen Ideen die augenscheinlich mit der Funktion Museum nicht vereinbar sind, in schnellen Collagen festgehalten haben. Ursprünglich als Ideen ohne die Funktion Museum gedacht, ist es sehr interessant sich die verschiedenen Ansätze im Bezug zu Museen und Ausstellungskonzepten zu denken. Wie würden neuartige Ausstellungskonzepte in Verbindung mit einer Schwimmhalle funktionieren? Was haben Museen mit Mülldeponien gemein? Und wie viel Event ist zu viel Event für ein Museum des 21. Jahrhunderts? Zu der Sammlung, die ihre Umsetzung im Postkartenformat gefunden hat, wurde zusätzlich folgendes Statement verfasst:

Im 21. Jahrhundert, in Zeiten von Digitalisierung und Virtual Reality stellt sich die Frage, in wieweit ein Museum als Raum für Forschung, Sammlung und Ausstellung überhaupt noch notwendig ist. Nach dem kulturpolitischen Auftrag sollte die Kunst frei sein können. Aufgrund der politischen Zusammenhänge und vor allem durch die Abhängigkeit der Finanzierung und diverser Sparprogramme sind Museen bereits Teil des Systems und alles Andere als wirklich frei. So könnte die Wiener Stadthalle zu einem sinnlichen Erlebnisort für die ganze Familie werden, ganz ohne Museum. Denn diesen Anforderungen kann ein Museum kaum mehr gerecht werden. Sie stehen unter Legitimierungsdruck und kämpfen um den Selbsterhalt.

Die Wiener Stadthalle als Schwimmhalle.

Oder ist da doch noch ein gesellschafts- und bildungspolitischer Auftrag, für den sich alle Wissenschaften gemeinsam mit der Kunst in einem Haus versammeln? Wer sind wir? Und wer wollen wir in Zukunft sein? Denn eine Gesellschaft, die nicht weiß woher sie kommt, weiß auch nicht, wohin sie geht. Wie gehen wir in der Gesellschaft mit extremen Tendenzen um? In Museen werden Lösungsansätze zu all diesen Themen aus vielen Jahrzehnten gesammelt und präsentiert und vielleicht gelingt es, Fehler aus der Vergangenheit möglichst zu verhindern.

Die Wiener Stadthalle als Mülldeponie.

Es gilt jedoch für die Museen, den Spagat zwischen Kommerzialisierung und Wissensvermittlung zu schaffen. Digitale Medien und Marketingkampagnen bedienen sich plakativer Bilder, die durch ihre visuellen Anreize Emotionen beim Betrachter erwecken und somit die gewünschte Aussage vermitteln. Im Bezug auf die Umnutzung Wiener Stadthalle entstand so eine Bildproduktion von dort stattfindenden Ereignissen, die sich in Teilbereichen der Museumsarbeit wiederfinden könnten. Wie beispielsweise die Hüpfburg von Hausrucker Co. dienen diese Bilder und Ereignisse dem Museum als Vermittlungswerkzeug und erlangen durch die Dreidimensionalität und reale Erfahrbarkeit an Authentizität. Denn in Zeiten von gesellschaftlichem Wandel und der Notwendigkeit von Wertedefinitionen ist unserer Ansicht nach die Arbeit von Museen unersetzlich.

Die Wiener Stadthalle als …

VerfasserIn: Sarah Behrens // Studentische Arbeiten & Text: Sara Enab, Lena Gössel, Svenja Krüger, Philipp Ma & Katharina Müller / Lehrende: Sarah Behrens, Mark Blaschitz, Natascha Peinsipp, Felix Steinhoff & Ina Westheiden

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